2001 wurde die VDV-Akademie von acht Verkehrsunternehmen und zwei Bildungsträgern als Bildungseinrichtung gegründet. Seitdem haben über 12.000 Teilnehmer die Lehrgänge, Tagungen, Kongresse, Fachgespräche und Workshops der VDV-Akademie besucht. Seit 2009 ist sie auch als Träger für die Förderung der beruflichen Bildung nach dem Arbeitsförderungsgesetz zugelassen.
VDV-Akademie – Kurzprofil
Vorstand:
- Vorsitzender: Gisbert Schlotzhauer (Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG),
- Stv. Vorsitzender: Reinhold Bauer (Stuttgarter Straßenbahnen AG),
- Oliver Wolff (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V.),
- Prof. Dr. Adolf Müller-Hellmann (VDV-Förderkreis)
Geschäftsführer: Michael Weber-Wernz
Beschäftigte: 5 plus 1 Auszubildende und eine Praktikantin
Das Leitbild und der Nutzen
Die Akademie versteht sich als
- Brain Trust für Aus- und Weiterbildung und Personalmanagement in der ÖPNV- und Eisenbahn-Branche,
- Entwickler von Bildungskonzepten, Lehrgängen, Qualifizierungsmaßnahmen und Informationsveranstaltungen,
- Herausgeber von Gutachten z. B. zu betrieblichen Formen der Arbeitsorganisation und des Fachkräftebedarfs in den Branchen,
- Initiator von Projekten zum demografischen Wandel, zur Dienstleistungsarbeit in Verkehrsunternehmen und zur Förderung von Frauenkarrieren.
Im Rahmen ihres wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes führt die Akademie mit ihrer Serviceeinrichtung, der VDV-Akademie GmbH, Lehrgänge, Kongresse, Tagungen und Fachgespräche durch – oft in Zusammenarbeit mit ihren Kompetenzzentren – das sind verschiedene Bildungseinrichtungen, die im ÖPNV- und Eisenbahnsektor tätig sind.
Die VDV-Akademie bietet den Unternehmen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und im Schienengüterverkehr einen Mehrwert, indem sie deren Beschäftigte beruflich weiterbildet, mit aktuellen Informationen zu wichtigen Branchenthemen versorgt und Instrumente zur Gestaltung der betrieblichen Personal- und Organisationsarbeit zur Verfügung stellt. Letztere entstehen häufig als Ergebnisse aus den Projekten, z. B.:
- Der Branchenleitfaden Demografie mit dem „Demografie-Cockpit“
- Die Website www.vdv-karriere.de
- „SyBil“ – das System beruflicher Bildungswege für die Verkehrsbranche
- Konzepte zur Misch- und Gruppenarbeit
- Das Gutachten „Arbeitsmarkt Öffentlicher Verkehrsunternehmen – Personalbedarfe bis 2015"
Die Lehrgänge
Zur beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten in der Verkehrsbranche führt die VDV-Akademie jedes Jahr mehrere Lehrgänge durch. Über 500 Beschäftigte aus ÖPNV-Unternehmen wurden zwischenzeitlich zu Betriebsleitern und Verkehrsmeistern qualifiziert. Ausgebildet wird auch zum Verkehrsfachwirt Personenverkehr (IHK) und zum ÖPNV-Controller. Diese Maßnahmen führt die Akademie in Kooperation mit Verkehrsunternehmen und verschiedenen Bildungseinrichtungen durch. Seit 2008 gibt es ebenfalls Lehrgänge für den Führungsnachwuchs. Die Ausbildungen enden mit Prüfungen vor der VDV-Akademie, der IHK oder staatlichen Prüfungsausschüssen.
„Besonders wichtig sind dabei auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern, die aus verschiedenen Verkehrsunternehmen kommen, sowie die Netzwerke, die sich unter den Teilnehmern aus den Lehrgängen heraus bilden und viele Jahre Bestand haben“, sagt Michael Weber-Wernz, Geschäftsführer der VDV-Akademie.
Tagungen und Seminare
Die VDV-Akademie veranstaltet auch die großen VDV-Kongresse: den VDV-Personalkongress, den VDV-Marketingkongress und den Internationalen VDV-Eisenbahnkongress.
Das bedeutende Thema Personalgewinnung greift die VDV-Akademie mit ihren jährlichen Personal- und Unternehmensbörsen auf. Sie sind Marktplätze für Verkehrsunternehmen, um junge Akademiker, Studierende und Hochschulabsolventen anzusprechen, sie von der Branche und ihrer Attraktivität zu überzeugen und als künftige Mitarbeiter zu gewinnen. „In Zeiten, in denen die Gesetze der Bewerbermärkte stilbildend für die Rekrutierungsgeschäfte der Unternehmen werden, gibt es nichts Besseres als den direkten Kontakt der Geschäftsführer, Betriebsleiter und Personalmanager mit den interessierten Studenten und Absolventen. Das wollen wir mit den Börsen fördern und so die Unternehmen im VDV in ihren Rekrutierungsbemühungen unterstützen“, betont Weber-Wernz. Die Personal- und Unternehmensbörsen führt die Akademie in Zusammenarbeit mit Hochschulen und wissenschaftlichen Mitarbeitern an Ingenieurs- und Verkehrs-Lehrstühlen durch.
Konferenzen für Ausbilder, Treffen und Foren für Betriebsleiter und Verkehrsmeister, Tagungen für Werkstattleiter, Ingenieure und Techniker, Fachgespräche für Vorstände und Geschäftsführer, Workshops und Expertengespräche zu spannenden und kontroversen Themen: 50 bis 60 dieser Veranstaltungen stehen jedes Jahr auf der Agenda.
Die Akademie-Projekte
Die VDV-Akademie führt öffentlich geförderte Projekte mit verschiedenen Forschungspartnern durch. Zum Thema haben sie allesamt Fragen und Herausforderungen der betrieblichen Personal- und Bildungsarbeit sowie der Arbeitsorganisation. Es sind Forschungs- und gleichzeitig immer auch Gestaltungsprojekte. Dazu gehören Untersuchungen zu den Konsequenzen des demografischen Wandels für die Verkehrsunternehmen und ihre Beschäftigten. Der „Branchenleitfaden Demografie“ diskutiert Konzepte und Strategien, um die demografischen Herausforderungen zu managen.
Aktuell sind es drei Projekte, die im Vordergrund stehen:
Mit dem Projekt „ProVes - Professionelle Dienstleistungsarbeit“ werden u. a. Konzepte zur Mischarbeit in verschiedenen betrieblichen Unternehmensbereichen entwickelt und kompetenzbasierte Anforderungsprofile für verschiedene Tätigkeiten konzipiert.
Im Projekt „WISE – Women Employment in urban public transport sector“ koordiniert die Akademie ein europäisches Sozialpartner-Projekt in Zusammenarbeit mit der UITP (Union Internationale des Transports Publics) und der ETF (Europäischen Transportarbeiter-Föderation). Unter dem Aspekt des Gender-Gedankens werden die Arbeitsbedingungen von Frauen in europäischen Verkehrsunternehmen untersucht und Maßnahmen erarbeitet, mit denen z. B. die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden kann.
Mit dem Projekt „Frauen gehen in Führung“ werden in fünf Nahverkehrsunternehmen ca. 60 Frauen qualifiziert, gecoacht und auf ihre betrieblichen (Führungs-) Karrieren vorbereitet.
Zertifizierung von Aus- und Weiterbildungsstätten
Seit 2006 vergibt die VDV-Akademie das „Kompetenzsiegel“, das Fahrschulen von VDV-Mitgliedsunternehmen für ihre ausgezeichnete Qualität in der Aus- und Weiterbildung von Omnibusfahrern erwerben können. 14 Fahrschulen wurden bereits zertifiziert. Dafür baute die VDV-Akademie ein Gutachter-System auf. Fahrschulleiter, Betriebsleiter und Personalmanager wurden entsprechend qualifiziert, um die Audits in den Fahrschulen durchführen zu können. Seit diesem Jahr werden auch Straßenbahn-Fahrschulen zertifiziert.
Hintergrund für das Akademie-Kompetenzsiegel ist das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFGQ), das seit 2006 besonders hohe Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung von Busfahrern und die Qualität von Fahrschulen und ihren Lehrkräften stellt.
Unser bester Nachwuchs
Alle zwei Jahre führen VDV-Akademie und VDV den Wettbewerb "Unser bester Nachwuchs" durch, in dem die besten Auszubildenden und dualen Studenten aus den VDV-Mitgliedsunternehmen ausgezeichnet werden. Die Besten der Jahre 2008/2009 haben ein ereignisreiches Wochenende in Paris verbringen können. Die Besten der Jahre 2010/2011, die im Rahmen des 5. VDV-Personalkongresses am 13. Oktober ausgezeichnet wurden, können sich auf drei Tage in Zürich freuen. Natürlich steht auch ein Besuch des örtlichen Verkehrsunternehmens auf der Tagesordnung.
Ein Ausblick…
„Wir werden weitere Lehrgangs- und Qualifizierungsmaßnahmen entwickeln, tolle Projekte in Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen durchführen, den Aufbau einer internetgestützten Lernplattform entwickeln, mit der wir für die Beschäftigten das Lernen noch spannender und interessanter machen werden und noch vieles mehr“, erklärt Weber-Wernz. „Für die nächsten zehn Jahre stehen die Konzepte schon. Lassen Sie sich überraschen“.























