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12. Dezember 2018
Lernwelten 08.11.2018

Pros und Contras von Erklärvideos

Schon lange haben wir mit der Idee gespielt, in unserem Lernnetz Erklärvideos einzusetzen, um Inhalte für unsere Lehrgangsteilnehmer*innen verständlich, aber auch anschaulich zu gestalten. Nun haben wir uns für die Software ‚mysimpleshow‘ entschieden. In diesem Blogbeitrag teilen wir unsere Pro- und Contra-Liste und stellen einen ersten kleinen Film zu unserer Erklärvideo-Einführung vor.

Unsere Pros

1. Es ist einfach.

Nichts Anderes hätten wir von einem Produkt namens „simpleshow“ erwartet, dennoch ist die Unkompliziertheit des Programms bemerkenswert. Ein Nutzerhandbuch oder eine Anleitung benötigt man nicht. Schon bei der ersten Anwendung des browserbasierten Tools sind die wichtigsten Funktionen klar.

Grund dafür ist nicht nur das intuitive Design, sondern auch die durchaus clevere Nutzerführung: Schritt für Schritt begleitet die Seite die Nutzer*innen anhand von Vorlagen zum Erklärvideo. Jeder, wirklich jeder, kann damit arbeiten – und das quasi ohne Einarbeitungszeit

2. Es zwingt zur Kürze.

Mysimpleshow ist so erfolgreich, weil es eine erfrischende Kürze der Erklärvideos erforderlich macht. Die Vorlagen für das Drehbuch, das im ersten Schritt geschrieben wird, sind in der Zeichenzahl begrenzt, sodass einzelne Szenen der Videos weder zeitlich noch inhaltlich überfrachtet werden können. Manch einer wird sich dadurch in der kreativen Freiheit begrenzt fühlen, aber wer Twitter nutzt, weiß, dass man in wenig Zeichen viel Inhalt legen kann.

Die Kürze liegt neben den fertigen Produkten auch im Prozess der Videoproduktion. Nachdem das Drehbuch geschrieben wurde, erkennt das Tool automatisch Schlüsselbegriffe und ordnet diesen passende Zeichnungen („Scribbles“) zu. Die Scribbles können nachträglich noch ausgetauscht werden. Dadurch, dass jede Zeichnung einem Wort zugeordnet ist, ist der zeitliche Ablauf des Videos bereits beim Scribble-Zuordnen festgelegt. Zum Schluss können Sprechertexte sowie Hintergrundmusikstücke hinzugefügt werden. Fertig ist das Erklärvideo!

3. Scribbels sind schon enthalten.

Viele E-Learning-Tools bieten heute Lösungen, in denen Medien bereits in einer Basis-Datenbank enthalten sind. Gerade für Do-it-yourself Projekte, die nicht an Agenturen ausgelagert werden sollen, ist dieses Feature unentbehrlich. Die Erstellung von hochwertigen Fotografien, Grafiken, Symbolen oder Zeichnungen ist immerhin sehr aufwändig und kostenintensiv. Auch bei Mysimpleshow sind bereits einige Basis-Scribbles enthalten. Weitere können dazu gekauft oder selbst erstellt werden.

4. Es erlaubt keinen Design-Salat.

Das Programm ist auch im Design sehr simpel gehalten. Die Scribbles in einem Video können nur mit einer Farbe hinterlegt werden; Mysimpleshow empfiehlt hier zudem Schwarz. Obwohl dies eine Darstellung vielschichtiger Lernwelten in den Designs erschwert, löst das Tool mit dieser Beschränkung das Problem des unprofessionellen Design-Mischmaschs, das wir häufig bei Do-it-Yourself-Projekten beobachten können. Schlicht und einfach gehalten kann man auch als Grafik-Laie nicht so viel falsch machen und trotzdem schnell professionelle Produkte produzieren.

5. Es erlaubt das Zusammenarbeiten im Team.

Mit dem Team-Account kann man sich Projekte gegenseitig übertragen, diese kommentieren sowie verändern. Das spart vor allem im Review-Prozess Zeit, denn Kolleg*innen können durch die Kommentar-Funktion für jedes Erklärvideo-Slide Hinweise geben oder selbst Änderungen vornehmen.

Unsere Contras

1. Es ist teuer.

Günstig sind solche Tools häufig nicht – vor allem dann, wenn man diese für kommerzielle Zwecke einsetzen möchte. Natürlich gibt es auch eine kostenlose Variante von Mysimpleshow, aber damit lässt sich nicht das eigene Logo einbinden, eine eigene Abschluss-Seite entwickeln oder auch zusätzliche Sprecherstimmen einbinden. Für viele Bildungszwecke wird jedoch auch die kostenlose Version ausreichen. Für uns war die Entscheidung klar: Obwohl das Tool nicht günstig ist, ist es immer noch viel weniger kostenintensiv als die Erstellung von Erklärvideos an Agenturen auszulagern.

2. Es erlaubt nicht viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Obwohl die Festlegung auf eine Farbe, wie gesagt, zur Vermeidung von zu vielen unterschiedlichen Designs beiträgt, führt dies auch dazu, dass man in der Produktion nicht viele Möglichkeiten hat, komplexe Inhalte darzustellen. Vor allem bei technischen und baulichen Aspekten wird es mit den gegebenen Funktionen schwieriger. Mysimpleshow ist vor allem für das Darstellen von Prozessen, Zielen, Visionen, Herausforderungen und Veränderungen gedacht, was für unsere Bildungsanwendungen im ÖPV-Bereich oftmals, aber eben nicht immer zweckmäßig ist.

3. Es kann auch eintönig werden.

Durch die gestalterischen Beschränkungen und den wiederkehrenden Ziel „Wischens“ der Hände können Mysimpleshow-Erklärvideos nach einer Weile auch eintönig wirken. Besonders, wenn Videos immer gleich aufgebaut sind, indem zum Beispiel Charaktere vorgestellt werden, die dann in bestimmte Situationen geraten, wird die Methode für Lernende auf lange Sicht keinen Reiz mehr haben. Deshalb ist es wichtig, sich immer neue Möglichkeiten auszudenken, Mysimpleshow für Erklärprozesse zu verwenden. Das wird für uns in den kommenden Wochen eine Hauptaufgabe sein.

Unser Fazit

Für uns ist Mysimpleshow eine tolle neue Möglichkeit, Lerninhalte aufzulockern. Es ist ein wunderbares Tool, um schnell einige wichtige Prozesse oder Definitionen zu präsentieren und damit digitales Lernen anzureichern. Was die fertigen Erklärvideos jedoch nicht bieten, ist Interaktion. Die Nutzer*innen schauen sich im Endeffekt trotzdem recht passiv ein Video an, weshalb durch Mysimpleshow eher Informationen transportiert werden können anstatt tatsächliches Lernen zu initiieren. Wir werden die Erklärvideos daher nicht als alleinstehende Anwendungen im E-Learning-Bereich anwenden, sondern sie immer im Rahmen einer größeren und interaktiv angelegten digitalen oder Blended-Learning-Einheit einbinden.

Genug Text, wir haben für euch ein kurzes Erklärvideo gestaltet :-)

 

 

Autor

Katja Kirsten

Wie man am besten Neues lernt – damit könnte sich Katja den ganzen Tag beschäftigen. Und das macht sie auch hier bei uns in der Akademie als pädagogische Beraterin für die Dozenten und als Entwicklerin unserer Online-Lernmodule. Neben dem Lernen schlägt ihr Herz für Schokolade: Wir wissen immer zu wem wir gehen können, wenn wir im Mittagstief Süßigkeiten brauchen.

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