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15. August 2020
Unternehmen 02.05.2018

Über weibliche Azubis und erste agile Schritte

Die Learning Journey brachte uns am zweiten Tag einmal quer durch Berlin. Mit dem ÖPNV, versteht sich. Vom BMW Motorrad Werk in der Nähe von Spandau im Nordwesten Berlins in den Südosten Berlins zum BVG Campus am Treptower Park. Wir haben den öffentlichen Nahverkehr in Berlin ausgiebig genutzt, gerne auch zur Rush Hour, wenn es die Leute eilig haben. Aber die den Berlinern allgemein gerne nachgesagte Unfreundlichkeit ist uns eigentlich nirgendwo begegnet. Ein Exemplar der exklusiven Sneaker im BVG-Muster inklusive BVG-Jahresticket allerdings auch nicht :-)

Frauen im BMW Motorrad Werk

Morgens sind wir bei eisigen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein Richtung BMW Motorradwerk aufgebrochen. Dort bekamen wir von einem Mitarbeiter, der selbst vor 32 Jahren seine Ausbildung bei BMW gemacht hat, einen Einblick in die Azubi-Welt im Motorradwerk.

Pro Jahr werden 25 neue Azubis in 6 Ausbildungsberufen eingestellt. Über mangelnde Bewerbungen kann sich dort niemand beklagen. Etwa 5 Azubis pro Jahr sind weiblich. Hier gibt es allerdings keine Quote. Bei den Berliner Wasserbetrieben, die ähnlich wie die Verkehrsbetriebe, eher Nachwuchssorgen haben, hatten wir am ersten Tag erfahren, dass alle Mädchen, die sich um eine Ausbildung bewerben, automatisch auch zu einem ersten Test eingeladen werden. Die Frauenquote wird ja grundsätzlich egal in welcher Hierarchie kontrovers diskutiert. An dieser Stelle kann sich jede/r nochmal Gedanken machen, ob sie/er persönlich lieber wegen ihrer/seiner Qualifikation bzw. Erfahrung eingeladen werden möchte oder wegen ihres/seines Geschlechts.

Nach einer Besichtigung der verschiedenen Lernräume und Werkstätten der Azubis inklusive „Pinup“ an der Wand (s. u.) ging es zum Mittagessen. In der „Betriebsgastronomie“ hat unsere bis auf wenige Ausnahmen hauptsächlich weibliche Reisegruppe den Anteil der Frauen am Standort kurzzeitig angehoben :-)

 

Erste agile Schritte bei der BVG

Nach einer Stunde im öffentlichem Nahverkehr sind wir dann im BVG Campus angekommen. Es erwartete uns ein großer heller Raum mit Dachbalken, Sitzwürfeln im BVG-Muster, einer Slackline als Garderobe und vielen weiteren mobilen Elementen. Die Einrichtung ist nämlich nicht statisch, sondern darauf ausgelegt, agiles Arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen zu ermöglichen.

 

Wir haben erfahren, wie die Personalentwicklung der BVG sich dem Thema „Agiles Arbeiten“ genähert hat. Sie haben uns offen davon berichtet, auf welche Hindernisse sie gestoßen sind, was gut gelaufen ist und was sie gelernt haben. Der „digitale Kulturwandel“ funktioniert in kleinen Schritten. Und dass die Hierarchien, die sonst im Unternehmen gelten, in agilen Projektteams quasi außer Kraft gesetzt werden, ist in der Praxis nicht immer leicht. Wichtig sei es, sich Zeit für die Einführung von agilen Arbeitsweisen zu nehmen. Optimal ist es natürlich, wenn man sich von jemandem Unterstützung ins Unternehmen holen kann, die/der die ersten Projekte mit Tipps und Best Practices begleitet. Information ist das A und O: Damit diejenigen MitarbeiterInnen, die Feuer gefangen haben, die neuen Methoden auch als MultiplikatorInnen in ihre Abteilungen weitertragen können, sollte man auch deren Führungskräfte von Anfang an mit ins Boot holen. Ohne ausreichend Information fehlt häufig die Akzeptanz, neue Wege zu gehen. Es helfe, zuerst einmal falsche Vorstellungen von dem, was agiles Arbeiten zu sein scheint, aus vielen Köpfen zu räumen.

Wir konnten viele hilfreiche Tipps mitnehmen und so hoffentlich bei den ersten eigenen agilen Projekten dem Beispiel der BVG folgen. Das erste Produkt ihrer agilen Projektarbeit war z. B. die BVG-Bike-App, die den Berliner Radfahrern Touren und Ausflugsziele in und um Berlin aufzeigt und bei Bedarf auch die nächste Route mit Rad in der Stadtbahn vorschlägt.

Die Lernreise war an beiden Tagen eine tolle Erfahrung und ich habe viele inspirierende Eindrücke von allen Unternehmen und meinen Mitreisenden mit in die Akademie genommen. Ich freue mich auf die nächste Gelegenheit, wieder an einer Learning Journey teilzunehmen.

Der „digitale Kulturwandel“ funktioniert in kleinen Schritten. Und dass die Hierarchien, die sonst im Unternehmen gelten, in agilen Projektteams quasi außer Kraft gesetzt werden, ist in der Praxis nicht immer leicht.

Autor

Silvana Cremers

Silvana ist in der Akademie für das Lernnetz verantwortlich. Sie hilft den Nutzern auf den digitalen Pfaden ihrer Lehrgänge. Dabei hat sie die Augen immer offen für die Nutzerfreundlichkeit und findet Lösungen, mit denen das Lernnetz noch besser wird. Nebenbei hält sie erfolgreich die Büropflanzen der Kollegen am Leben, wenn sie im Urlaub oder unterwegs sind :-)

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