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12. Dezember 2018
Menschen 22.10.2018

Welche HR-Themen beschäftigen DB Regio?

Siegfried Moog ist Vorstandsbeauftragter für Personal bei DB Regio und seit Kurzem auch im Vorstand der VDV-Akademie. Ich habe ihn in Frankfurt besucht und mit ihm über aktuelle HR-Themen gesprochen.

Siegfried Moog verantwortet die Personalagenden bei DB Regio
Siegfried Moog verantwortet die Personalagenden bei DB Regio

Siegfried Moog ist quasi ein geborener Eisenbahner, machte er doch 1984 schon seine Ausbildung zum Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr bei der Deutschen Bahn. Er kennt die DB von der Pike auf: Er war Fahrdienstleiter und Rangierer, er holte das Abitur nach und schloss den Studiengang zum Diplom-Verwaltungsbetriebswirt erfolgreich ab. Dazwischen war er als Betriebsrat tätig, 1998 wechselte er in den Personalbereich. Seine weiteren Stationen: Geschäftsführer DB Regio Bus in NRW, Personalleiter DB Regio Bus, kommissarischer Leiter der DB Regio Bayern.

Im Gespräch merke ich schnell: Sein Herz schlägt für die Deutsche Bahn und für die Personalarbeit. Darum habe ich Herrn Moog gebeten, mir über sein aktuelles berufliches Lieblingsthema zu erzählen. Da kam wie aus der Pistole geschossen: „Das ist auf jeden Fall unser Projekt mit Geflüchteten. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht.“ Aber es gibt noch andere Aufgaben, die den HR-Bereich der DB Regio beschäftigen und genau diese möchte ich kurz umreißen.

Recruiting als große Herausforderung

Es ist kein Geheimnis mehr, dass viele Verkehrsunternehmen vom Fachkräftemangel stark betroffen sind. DB Regio ist keine Ausnahme. Insgesamt sind ca. 18.500 Menschen im Fahrdienst beschäftigt. Jedes Jahr werden um die 1.200 Personen für den Busbetrieb und 1.000 für den Eisenbahnbetrieb gesucht. Und jetzt kommen wir schon zum angesprochenen Lieblingsthema von Siegfried Moog, der mit seinem Team das Recruiting von geflüchteten Personen forcierte.

Gemeinsam mit Bund, DB und Bahn Sozialwerk setzten sie folgendes Projekt auf: Im Mai 2018 veranstaltete DB Regio einen Bewerbertag, um Geflüchtete über die Berufsausbildung zum/zur Busfahrer/-in bei DB Regio zu informieren. 160 Menschen nutzten diesen Bewerbertag, das waren wesentlich mehr als ursprünglich gedacht. 150 haben sich im Anschluss auch tatsächlich für die Ausbildung beworben. Nach dem strukturierten Bewerbungsprozess starteten schlussendlich 15 Personen am 1.6.2018 ihre einjährige Ausbildung bei DB Regio. Aufgrund des Erfolges starteten weitere 15 Personen am 1.7.2018.

Siegfried Moog war überrascht ob des guten Sprachniveaus der Ausgewählten und des Durchhaltevermögens im Bewerbungsprozess. Er hat das Gefühl, dass die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dankbar für diese Chance sind. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Eines möchte er aber auf den Weg geben: Solche Projekte bedeuten hohen Personaleinsatz und sind nicht nebenbei zu stemmen. Alleine schon die richtigen Interessierten zu erreichen und zum Bewerbertag einzuladen war mit hohem Aufwand verbunden.

Der deutsche Arbeitsmarkt ist auch für das Berufsbild Lokführer für die Arbeitgeberseite schwierig geworden. Darum hat z.B. die DB Regio in München ein Recruiting-Projekt für Lokführer in Rumänien gestartet. Auch hier hat man 15 Personen nach Deutschland eingeladen und ausgebildet. Besonders wichtig ist dabei die Sozialisierung und Begleitung. Das sind neue Dimensionen und Aspekte im Recruiting und Onboarding. Es gilt Wohnräume, Familiennachzug, Sprachkurse etc. zu organisieren.

Ein ähnliches Projekt mit spanischem Personal hat leider nicht funktioniert. Spielverderber war das Wetter: Sonnenverwöhnte Spanier und der nasskalte deutsche Winter sind wenig kompatibel.

Gesundheitsmanagement als wesentliche Aufgabe

Einige Berufe in Verkehrsunternehmen haben es in sich und sind besonders belastend für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es ist hinlänglich bekannt, dass der Schichtdienst gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Ein weniger bekannter Faktor ist die Nichtanerkennung von den Fahrgästen. Mittlerweile gibt es dazu auch Studien, die belegen, dass Fahrpersonal wenig wahrgenommen wird.

Eine wichtige Kennzahl in Verkehrsunternehmen ist die Krankenstandsquote. Einerseits ist es Aufgabe des Unternehmens, auf die Gesundheit des Personals zu achten, andererseits beeinträchtigen Krankenstände auch die Fahrpläne. Im schlimmsten Fall müssen Fahrten aufgrund zu hoher Krankenstände gestrichen werden.

Darum ist betriebliches Gesundheitsmanagement eine wesentliche Aufgabe im HR-Bereich von DB Regio. Eine konkrete Maßnahme: Jede Region hat mittlerweile eine eigene Stelle, die sich mit Gesundheitsmanagement befasst. Eine andere Maßnahme ist die Schulung der Führungskräfte. Über 600 Personen wurden dazu sensibilisiert.

Ganz schön was los bei der DB Regio. Neben Recruiting und Gesundheitsmanagement sind  natürlich auch Ausbildung, Weiterbildung und viele andere Themen auf der HR-Agenda.

Wir freuen uns, dass wir mit Siegfried Moog einen erfahrenen Personaler mit Herz für unseren VDV-Akademie-Vorstand gewonnen haben. Auf gute Zusammenarbeit.

Insgesamt sind ca. 18.500 Menschen im Fahrdienst bei DB Regio beschäftigt. Jedes Jahr werden um die 1.200 Personen für den Busbetrieb und 1.000 für den Eisenbahnbetrieb gesucht.

Autor

Sabine Prettenhofer

Sabine hat unseren Blog aus der Taufe gehoben. Sie ist unser Trendscout, wenn es um Themen und Geschichten geht. Quasi immer auf der Suche nach spannenden Storys. Sabine ist seit Anfang 2018 bei uns in der Akademie und rührt ständig die Werbetrommel für ihr Heimatland Österreich. Beruflich beschäftigt sie sich mit Kommunikation, Social Media und HR Themen.

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