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22. Juli 2019
Lernwelten 27.01.2019

Wie entstand eigentlich das VerkehrsCamp?

2019 habe ich die Organisation des VerkehrsCamps übernommen, das mittlerweile zum 6. Mal statt findet. Um mehr in das Thema reinzukommen habe ich mit Coco Heger-Mehnert geplaudert. Sie ist eine der Initiatorinnen des VerkehrsCamps.

Coco Heger-Mehnert im Interview
Coco Heger-Mehnert im Interview

Stell dich doch mal kurz vor. Wer bist du, was machst du und was hast du mit dem VerkehrsCamp zu tun?

Ich arbeite beim Verkehrsverbund Rhein Ruhr und meine Schwerpunktthemen sind Digitale Kommunikation, Digital Analytic, Trendforschung in den Bereichen Mobilität und Digitalisierung. Parallel steuere ich Projekte, die sich aus den Entwicklungen in diesen Bereichen für den Verbund und deren Verkehrsunternehmen ergeben. Zudem bin ich Mitgründerin von Women in Mobility, ein Netzwerk von Frauen aus allen Bereichen der Mobilität. Ich arbeite immer wieder als Dozentin und ich bin Mit-Initiatorin des VerkehrsCamps.

Wie ist das VerkehrsCamp überhaupt entstanden?

Als vor ca. acht Jahren der Trend zur Kommunikation in sozialen Netzwerken auch die ÖPNV Branche erreichte, reagierte die VDV-Akademie sehr vorrausschauend und konzipierte einen Lehrgang für Social Media Manager*innen. Nach zwei Durchläufen dachten wir Dozentinnen und Dozenten mit der VDV-Akademie über ein Aufbaumodul zu dieser Fortbildung nach. Wir stellten fest, dass ein solches Modul für dieses Thema kein probates Mittel ist. Die Entwicklung der Sozialen Netzwerke ist einfach zu schnell und zu lebendig. Zudem gab und gibt es insbesondere für unsere Branche keine Blaupausen, sondern es ist viel Lernen durch Ausprobieren und Austausch.

Zu dieser Zeit besuchte ich einige Barcamps in meiner Freizeit. Mich begeisterte, dass dort der Austausch im Mittelpunkt stand. Da lag die Idee nahe, dies für die Social Media Verantwortlichen der Verkehrsunternehmen nutzbar zu machen und ich gab diesen Impuls an Stefan Hilger von der VDV-Akademie weiter. Er überzeugte mit viel Einsatz und Herz die VDV-Akademie für dieses neue Format. Und so konzipierten wir gemeinsam das erste VerkehrsCamp 2014. Dieses Jahr findet das 6. Barcamp in Folge statt und die Beteiligung wächst noch immer. Wie schön, dass wir damals diese Entscheidung getroffen haben.

Gruppenbild vom Verkehrscamp 2018

Der Name "VerkehrsCamp" ist sehr prägnant. Wie lange hat es bis zur Namensfindung gedauert?

Da haben wir tatsächlich ein wenig gegrübelt. Natürlich stand damals noch das Thema Social Media in Verkehrsunternehmen im Vordergrund und unsere Ideen kreisten darum. Heute bin ich froh, dass wir mit dem Titel „VerkehrsCamp“ uns offener aufgestellt und damit Platz gelassen haben für die vielen Themen aus dem Bereich Digitalisierung, die uns Verkehrsunternehmen und Verbünde beschäftigen.

Welches Ziel hat das VerkehrsCamp? Wofür gibt es das?

Wie bereits kurz skizziert, ist der Austausch das wesentliche Element des Barcamps. Hier wird über viele Themen aus den oben genannten Bereichen diskutiert. Es entstehen Sessions, die Projekte vorstellen, aber auch zur Diskussion stellen, die Fragestellungen eröffnen und Austausch initiieren. Was es aber zudem ist, macht es besonders: Hier haben auch misslungene Projekte, Unsicherheiten im Umgang mit Fragestellungen, Abschauen, respektvoller Umgang zwischen Anfängern und Erfahrenen und Besonderheiten in Aufgabenstellungen für unsere Branche und vieles mehr Platz. Die Offenheit im Umgang schafft Raum für Zusammenhalt. Dieser Zusammenhalt setzt sich im Nachgang fort. Man tauscht sich aus, gibt Tipps, stellt offene Fragen und hilft sich. So entsteht eine Gemeinschaft, eine Community. Immer wieder diskutieren wir, ob wir das Camp für Externe öffnen. Doch der Schutzraum unter sich sprechen zu können, lässt uns von Camp zu Camp entscheiden, es als Branchencamp zu belassen.

Welche Teilnehmenden spricht das VerkehrsCamp an?

Anfänglich waren es die Mitarbeiter*innen, die das Thema Social Media in den Häusern vorangetrieben haben. Jetzt sind es Mitarbeiter*innen aus allen Bereiche, die in verschiedenen Ausprägungen für Unternehmen kommunizieren: Presse, Unternehmenskommunikation, Marketing, Kundendialog, Service, Kundeninformation und auch Marktforschung. Mehr und mehr kommen Themen aus dem Bereich Digitale Oberflächen hinzu, sei es Appentwicklung, Messengerdienste, Bots etc.

Was war dein bisheriges Highlight?

Da gibt es keinen besonderen Leuchtturm, sondern ein Meer aus vielen Lichtern. Für mich ist der schönste Moment eigentlich am Ende der zwei Tage, wenn wir uns als Orgateam von den Teilnehmer*innen verabschiedet haben und wie hören durften: „Bis nächstes Jahr!“. Da gibt es einen Moment in welchem wir erschöpft im leeren Raum auf den Stühlen sitzen und erst mal gar nicht sprechen können, weil das Gefühl, dass es wieder bunt und interessant war, uns eingenommen hat.

Welches Ziel hast du persönlich mit dem VerkehrsCamp, wo willst du noch hin?

Es gilt aufmerksam zu bleiben, wie weit uns dieses Format trägt. Wir müssen uns immer wieder fragen, wann wieder stärker Input von außen notwendig ist, damit wir nicht nur im eigenen Saft schmoren. Ein Grund, warum wir nun regelmäßig zwei Impulsvorträge hinzunehmen.

Ich wünsche mir zudem ein zweites Barcamp und zwar zum Thema „Digitale Oberflächen/ Daten“. Das Thema App/Smartphonetechnologien, Web, Data, Open Data etc. hat eine so große Bedeutung für  Verkehrsunternehmen. Nicht, dass es dazu keine Veranstaltungen gäbe, aber ich denke, dass hier das Format Barcamp super wäre, um auch hier den Austausch in den Vordergrund zu stellen.

Wie findet die Vernetzung außerhalb der Veranstaltung statt?

Zum Einem gibt die Facebookgruppe Web. 2.0, in der lebendiger Austausch stattfindet. Zudem haben wir eine Xing Gruppe, wo alle Teilnehmenden eingetragen sind, damit man auch die Kontaktdaten aller hat. Selbstverständlich läuft auch viel auf persönlicher Ebene per Mail und Telefon.

Wie sähe dein absolut optimales TraumCamp aus?

Ich hätte gerne ein 3-Tages-Camp für die beiden Schwerpunkte Kommunikation und digitale Oberflächen, wo wir diese vernetzt - unter dem Dach des neuen Verständnisses von Mobilität - gemeinsam diskutieren. Eine Art Sommercamp, an welchem wir tagsüber spannenden Fragestellungen nachgehen und abends gemeinsam den Tag ausklingen lässt.

Vielen Dank für das Gespräch und ich freue mich schon auf meine persönliche Premiere beim VerkehrsCamp.

 

Das VerkehrsCamp 2019 findet am 27/28. März in Essen statt und ist bereits ausgebucht. 

Die Impulsvorträge kommen von Jörg Buckmann (Frechmut im Personalmarketing) und von Svea Rassmuss (Der Wert von Content). 

Autor

Ivo Hewing

Ivo mag klare Aussagen und Kreativität. Das versucht er auch in seiner Arbeit als Veranstaltungsorganisator bei der Akademie einfließen zu lassen. Wenn er nicht gerade mit westfälischem Feinsinn Tischdecken geraderückt, findet man ihn bestimmt auf einem Jazz- oder Metalkonzert oder bei einer Bergwanderung.

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