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Hörbarer öffentlicher Verkehr
Hörbarer öffentlicher Verkehr
Nächster Halt – Folge 141
Mit Herwig Kusatz
Transkript
Nächster Halt. Hallo und herzlich willkommen
zum Podcast der VDV-Akademie. Der Podcast rund um Weiterbildung und
Lernen in der Mobilitätsbranche.
Nächster Halt: Hörbarer öffentlicher Verkehr.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge.
Mein Name ist Catharina Goj. An was denken Sie, wenn Sie an Töne
des öffentlichen Verkehrs denken? Vielleicht an den Dieselmotor oder
an den kaum hörbaren Elektromotor? An die Pfeife vor dem Bahnübergang
oder das akustische Signal, wenn die Schranken runtergehen? An die
Ansage der nächsten Haltestelle oder die Information,
was es heute im BordBistro gibt? Ihnen fallen bestimmt noch viel
mehr hörbare Situationen ein, die Sie mit dem öffentlichen
Verkehr verbinden. Den Sound, wie der öffentliche Verkehr klingt,
den kann und den sollte man gestalten.
Und warum das wichtig ist und sogar ein echter Mehrwert für Unternehmen,
Fahrgäste und auch am Ende die Barrierefreiheit ein wichtiger
Punkt ist, erzählt unser heutiger Gast Herwig Kusatz.
Er ist Gründer und Sonic Governance Advisor von Sound Strategy.
Und er hat es sich zur Aufgabe gemacht,
Sound von ganzen Verkehrsunternehmen zu gestalten und diese als Teil der
Unternehmensstrategie zu etablieren. Schön, dass du da bist, Herwig.
Vielen Dank für die Einladung, Catharina.
Jetzt habe ich gerade schon im Intro ein paar Beispiele genannt,
aber mich würde interessieren, an welches Geräusch, an welche
Töne denkst du denn als erstes, wenn du an den öffentlichen
Verkehr denkst? Ja, ich. Ich denke weniger an einzelne
Geräusche als an eine ganze Abfolge von Hörmomenten.
An das Türsignal, an den Gong vor einer Durchsage,
an die Stimme im Fahrzeug, an das Geräusch eines fahrenden Zuges,
an Rolltreppen, Bremsen, Schritte, Hall, Bahnsteige, Wartezonen.
Also öffentlicher Verkehr ist eine akustische Alltagslandschaft.
Man hört nicht nur Fahrzeuge, man hört Bewegung.
Orientierung, Unterbrechung, Sicherheit und Routine.
Und manchmal auch Stress. Das Interessante ist, viele
dieser Klänge nehmen wir gar nicht bewusst wahr.
Trotzdem beeinflussen sie, ob wir uns orientieren können,
ob wir rechtzeitig reagieren und ob wir dem System vertrauen.
Ein gutes akustisches System sagt nicht: Hör mich an!
Es sagt Du bist richtig, Du bist informiert, du kannst handeln.
Jetzt bist du gleich schon meine nächste Frage übergegangen mit
deiner Antwort, warum die Akustik so wichtig ist.
Du hast gerade schon gesagt, dass sie irgendwie,
dass wir uns sicher fühlen, dass sie Vertrauen schafft.
Erläutere das gerne noch mal ein bisschen,
womit die Akustik das schafft. Ja, gerne.
Also Akustik ist wichtig, weil öffentlicher Verkehr ein
System der Bewegung ist. Menschen müssen oft schnell
verstehen, was gerade passiert, wohin sie müssen und ob sie
handeln sollen. Nicht. Nicht alle schauen auf einen
Bildschirm, manche tragen eine Tasche, manche begleiten ein Kind,
manche sind Ortsfremde, manche sind müde,
gestresst oder sehbeeinträchtigt. In solchen Momenten kann Klang
Orientierung geben, bevor visuelle Informationen
überhaupt verarbeitet wird. Strategische Klangführung geht dabei
über technische Hörbarkeit hinaus. Die technische Frage lautet: Ist
etwas hörbar? Die strategische Frage lautet: Hilft
das, was hörbar ist, wirklich bei Orientierung und Sicherheit,
Vertrauen und Wiedererkennung? Das ist ein großer Unterschied.
Ein Ton kann laut sein und trotzdem unklar.
Eine Durchsage kann hörbar sein und trotzdem schwer verständlich.
Ein Signal kann auffallen und trotzdem falsch priorisiert sein.
Und strategische Klangführung sorgt dafür, dass die hörbare Ebene nicht
aus isolierten Einzelentscheidungen entsteht, sondern als Teil des
Dienstes geführt wird. Die hörbare Ebene ist nicht
Zusatz zum öffentlichen Verkehr. Sie ist Teil davon, wie der
Dienst in Echtzeit erlebt wird. Jetzt hast du schon ein paar
Situationen der Fahrgäste angesprochen.
Mir ist da sogleich durch den Kopf gegangen, weil du auch schon
in Richtung Barrierefreiheit ein bisschen was gesagt hast bei den
sehbeeinträchtigten Personen. Viele nutzen Kopfhörer, wenn sie im
öffentlichen Verkehr unterwegs sind. Wie kriegen wir möglichst viele
Menschen mit der Akustik auch mit? Also gibt es da irgendwie
Möglichkeiten? Ich weiß, ich habe es auch schon mal
mitbekommen, dass Verkehrsunternehmen einfach versuchen, die Kopfhörer
mit Lautstärke zu übertönen, dass man es irgendwie mitbekommt.
Ich weiß jetzt nicht, wie hilfreich das ist,
aber vielleicht, Du hast jetzt auch schon ein paar Parameter genannt,
was wichtig ist für die Gesamtstrategie bestimmt auch
die Rolle der Kundinnen, also das Feedback der Kundinnen,
der Bedürfnisse. Wie fließen die mit ein?
Also Kundinnenfeedback ist wichtig, weil Klang
immer im echten Kontext wirkt. Also ein Signal kann im Studio
gut funktionieren und am Bahnsteig untergehen.
Eine Stimme kann sympathisch klingen und in einer Störungssituation
trotzdem zu wenig Autorität haben. Eine Durchsage kann formell korrekt
sein und trotzdem zu spät kommen. Feedback zeigt, wie die hörbare
Ebene tatsächlich erlebt wird. Was? Was wird verstanden?
Was wird überhört? Was erzeugt Sicherheit?
Was erzeugt Stress? Was wirkt glaubwürdig und was
wirkt beliebig? Wichtig ist, Feedback allein
reicht auch nicht. Es muss fachlich interpretiert
werden. Wenn Fahrgäste sagen, die Durchsage
ist schlecht verständlich, kann das viele Ursachen haben
Lautstärke, Raumakustik, Sprechtempo, Artikulation,
Timing, technische Qualität oder Konkurrenz durch andere Geräusche,
wie zum Beispiel wie von dir genannt, die Kopfhörer und so Feedback
zeigt die Wirkung. Sonic Governance,
also die strategische Klangführung, übersetzt diese Wirkung in
bessere Entscheidungen. Okay, jetzt hast du schon die
Stimme angesprochen. Was macht denn eine Stimme nicht nur
sympathisch, sondern auch autoritär? Eben, dass sie ihren ihr Ziel am
Ende auch erreicht? Das ist eine spannende Frage.
Da denke ich zuerst auch, was die jeweilige Organisation
vermitteln möchte. Oft gehen wir auf eine Stimme ein,
die sehr oft gewollt wird. Eine Stimme soll sehr oft Ruhe
ausstrahlen. Das hängt einerseits vom
Sprachtempo ab, andererseits vom also vom Sprachduktus,
wie die Wörter intoniert werden und auch von der von der Tonhöhe.
Eine öffentliche Stimme, das weiß ich aus Erfahrung, ist
nicht wichtig, dass sie sexy klingt. Sie soll vertrauenswürdig
klingen und Vertrauenswürdigkeit entsteht durch Ruhe.
Also Ruhe ist sicher ein wichtiger Parameter, nicht der einzige.
Okay, gibt es ein Praxisbeispiel, woran man erkennt:
Schlechten Sound und guten Sound, also mit einer Soundstrategie
bestenfalls? Ja. Kannst du uns da was zeigen oder...?
Gerne. Also mir fällt natürlich das
Beispiel der Wiener Linien ein. Vor der strategischen Arbeit war die
hörbare Ebene natürlich vorhanden. Also es gab auch davor Durchsagen,
Signale, Stimmen, akustische Hinweise,
dass das System funktionierte. Die eigentliche Frage war: Klingt
es auch so klar, verlässlich und kohärent, wie der öffentliche Dienst
dahinter tatsächlich arbeitet? Bei den Wiener Linien ging es nicht
um einen einzelnen schönen Klang. Es ging um ein akustisches System
mit Stimme, Gong, Formulierungen, Informationslogik,
Wiedererkennbarkeit und Konsistenz, über sehr viele Durchsagen und
viele Berührungspunkte hinweg. Funktioniert.
Die Leitfrage war nicht: Was gefällt uns?
Die Leitfrage war: Was muss die hörbare Ebene leisten?
Sie muss Orientierung geben. Sie muss Aufmerksamkeit dorthin
lenken, wo sie gebraucht wird. Sie soll verlässlich bleiben.
Und sie muss auch mitteilen, dass sie zu der Organisation passt.
Was ich gerade angesprochen habe und ganz wichtig: Sie muss
Vertrauen unterstützen. Nach der Neugestaltung verbesserte
sich das klangbezogene Fahrgastfeedback um 13 %.
Das zeigt, wenn Klang strategisch geführt wird,
bleibt der Effekt nicht abstrakt. Er wird im Erleben des Systems
spürbar. Also das wurde so gemessen. Im Endeffekt wurden auch die
Durchsagen immer abgefragt in Befragungen und es gab eben
einen jetzt einen neuen Gong, auch einen Pretext, also ein.
Das hat zum Beispiel vorher eine Information der Wiener Linien
wurde zu Bitte seien Sie achtsam, was dann auch jetzt vor zwei Jahren
in Berlin aufgegriffen wurde. Und dann folgte die Stimme und.
Und so wird im Erleben das System spürbar.
Und ohne strategische Klangführung entsteht oft eine Sammlung
funktionaler Einzelteile. Mit strategischer Klangführung
entsteht ein akustisches System, das Orientierung, Vertrauen und
Wiedererkennung unterstützt. Hören wir doch mal in die Beispiele
rein. Als erstes die alte Durchsage. [akustisches Signal] Westbahnhof.
Und jetzt einmal in die neue Durchsage gehört, wie es mit einer
Soundstrategie klingt. [akustisches Signal] Westbahnhof.[akustisches Signal] Connections to train service City
Airport. Train and Airport Bus. [akustisches Signal] Jetzt möchte ich noch mal ein
bisschen konkreter auf das Stichwort der Barrierefreiheit eingehen.
Wir hatten es gerade am Anfang schon ein bisschen.
Wie können akustische Informationen die Barrierefreiheit im
öffentlichen Verkehr verbessern? Die Frage scheint vielleicht ein
bisschen banal zu sein, aber ich würde sie trotzdem
gerne noch mal aufgreifen. Also nicht nur für Menschen, die
vielleicht sehbeeinträchtigt sind, sondern für alle Fahrgäste. Gerne.
Also akustische Information ist für Barrierefreiheit zentral,
weil nicht alle Menschen visuelle Information gleich gut nutzen können.
Für blinde und sehbeeinträchtigte Fahrgäste ist die hörbare Ebene
keine Ergänzung. Sie ist wesentliche Infrastruktur
und sie hilft, Türen zu finden, Richtungen zu erkennen,
Situationen einzuschätzen und relevante Informationen gleich
rechtzeitig zu bekommen. Barrierefreiheit trifft nicht nur,
wie eben jetzt von dir schon angesprochen, eine kleine Gruppe.
Auch ältere Menschen profitieren von klaren Ansagen,
auch ortsfremde Fahrgäste profitieren von verständlicher Orientierung,
und auch Menschen unter Stress oder Zeitdruck profitieren von
guter akustischer Führung. Wichtig ist Barrierefreiheit bedeutet
nicht automatisch mehr Klang, mehr Durchsagen können überfordern,
mehr Signale können verwirren, mehr Lautstärke kann belasten.
Gute akustische Barrierefreiheit braucht Klarheit, Kontrast, Timing,
Priorisierung, Verständlichkeit und Abstimmung mit visuellen und
digitalen Informationen. Gute Barrierefreiheit verbessert
nicht nur den Zugang für einzelne Gruppen, sie erhöht die Qualität
des gesamten öffentlichen Dienstes. Das hast du gerade schon die
Ortsfremden angesprochen. Gerade wenn ich in die Großstädte
gucke, haben wir auch viele internationale Tourist*innen oder
auch einfach Menschen, die in den Großstädten auch leben.
Wie werden andere Sprachen in dieses System integriert, dass man auch da
die Kundenbedürfnisse berücksichtigt. Hier kann man oft auch auf moderne
Technologien zurückgreifen. Mit künstlicher Intelligenz kann man
hier natürlich auch Stimmen in vielen Sprachen anbieten, zum Beispiel
wenn man von einem Automaten steht, dass dann wirklich alle Sprachen,
an die man nur denken kann, sozusagen angeboten werden können
in einer relativ guten Qualität. Ein wichtiges Qualitätskriterium ist
sicherlich immer, dass man auch hier wiederum eine Person oder Personen,
die diese Sprache als Muttersprache sprechen, bitte zu überprüfen, ob es
wirklich auch verständlich klingt. Und moderne Technologien können
viel verbessern, wenn sie auch strategisch geführt werden.
Also Sie können auch helfen, wie gerade angesprochen
kontextsensitiv zu agieren und dadurch abhängig von Störungen,
Tageszeit, Auslastung, Ort, Fahrgastbedarf oder Dringlichkeit.
Richtig ausgespielt zu werden Und so wie gerade angesprochen,
können dadurch auch Mehrsprachigkeit differenzierter gemacht werden.
Weil nicht jede Information muss immer in allen Sprachen, in den
gesamten Raum gesprochen werden. Entscheidend ist,
welche Informationen brauchen, welche Personen in welchem
Moment auf welchen Kanal. Oft geht es auch über ein Handy und
Technologie löst nicht automatisch das strategische Problem.
Eine Stimme kann verständlich sein und trotzdem nicht
vertrauenswürdig klingen. Personalisierte Information kann
hilfreich sein und trotzdem Menschen ausschließen,
die kein Smartphone nutzen. Mehrsprachigkeit kann
Orientierung schaffen und zugleich den Raum überlasten.
Deshalb braucht Technologie auch strategische Klangführung.
Ohne strategische Klangführung automatisieren wir nicht Klarheit.
Wir automatisieren Unordnung. Das heißt zum Beispiel am
Fahrkartenautomat kann ich eine sehr große Anzahl auch mithilfe
von KI anbieten, an verschiedenen Sprachen und bei der Akustik selber
muss ich dann zum Beispiel nur als Zweitsprache Englisch anbieten.
Ja, das wäre sicher eine Möglichkeit, wie man das angeht.
Es ist immer kontextbezogen. Wer braucht es?
Weil, wenn man will, ja nicht den gesamten Raum mit
der Sprache bedienen. Wenn nur wenige Menschen das
benötigen. Und das wie du gesagt hast, ist oft
die Ursprungssprache und Englisch in unseren Breiten oft ausreichend.
Jetzt hast du schon angesprochen, was für eine Rolle KI dabei spielen kann.
KI eröffnet sicherlich ganz, ganz viele Möglichkeiten und kann uns
unterstützen, auch in der Akustik. Vielleicht magst du einmal da
auch so ein bisschen die Vor- und die Nachteile von KI nennen,
weil KI scheint im ersten Augenblick so: Oh ja, wir nutzen KI,
dann können wir das alles schön günstig machen, aber vielleicht
gerne da auch so ein bisschen ja die Vor- und Nachteile nennen.
Also KI Stimmen können bei dynamischen Informationen helfen.
Kurzfristige Änderungen, Störungen, Routenhinweise, barrierefreie
Assistenz und eine KI-Stimme kann verständlich sein und trotzdem
nicht vertrauenswürdig klingen. Personalisierte Information kann
hilfreich sein und trotzdem Menschen ausschließen.
Und das wäre sozusagen das Kernthema von von KI-
Stimmen, dass, dass sie auch überprüft gehören, ob sie von
den Menschen angenommen werden. Dafür hätte ich jetzt auch
praktische Beispiele, wo das überhaupt nicht funktioniert hat,
wo ich dann einfach ich persönlich von vielen Menschen gefragt wurde,
warum diese Stimme genutzt wird. Weil es war jetzt nicht Wiener
Linien. Warum? Diese Stimme passt überhaupt
nicht zum System. Also die Menschen erkennen so etwas,
wann es nicht qualitativ hochwertig umgesetzt wird.
Wie klingt denn für dich der öffentliche Verkehr der Zukunft?
Du bist Experte, Du hast schon einige Soundstrategien jetzt umgesetzt.
Was erwartet uns da in Zukunft? Ich glaube, sie wird differenzierter
und stärker gesteuert werden. Heute wird akustische Information
oft noch als Durchsage gedacht. Eine Information wird in den
Raum gegeben und alle hören sie. In Zukunft wird man genauer
unterscheiden können oder müssen. Was muss öffentlich hörbar sein?
Was gehört auf ein persönliches Gerät?
Was muss barrierefrei ergänzt werden? Was kann in Echtzeit angepasst
werden? Was sollte sofort Aufmerksamkeit
erzeugen? Was sollte bewusst still bleiben?
Das ist auch etwas sehr Wichtiges in unserer Zeit,
von so vielen Dingen, die man hört. Und wir werden auch mehr stimmen
wie angesprochen hören, mehr dynamische Ansagen,
mehr digitale Assistenten und mehr Verbindung zwischen Apps, Fahrzeugen,
Stationen und Infrastruktur. Die Qualitätsfrage bleibt dieselbe.
Ist es klar, Ist es verständlich? Ist es zugänglich?
Ist es vertrauenswürdig und passt es zum System?
Der öffentliche Verkehr der Zukunft wird nicht einfach lauter sein.
Er muss hörbar intelligenter werden. Und letzte Frage Wenn ich mich jetzt
als Unternehmen dazu entscheide, eine Strategie oder eine
Strategie zu entwickeln, wie hebe ich mich auch vielleicht ein
bisschen ab von anderen Unternehmen? Also Thema Brand Design spielt
ja wahrscheinlich auch ein bisschen mit rein.
Ja, also ich würde, wenn ich so was entwickelt, gehe ich immer heran.
Also nicht mit der Frage: Wie soll es klingen?
Sondern ich beginne mit der Frage: Was muss die hörbare Ebene
für dieses Unternehmen leisten? Im öffentlichen Verkehr kann Klang
verschiedene Aufgaben erfüllen. Er kann warnen, orientieren,
bestätigen, beruhigen, Aufmerksamkeit vorbereiten,
Wiedererkennung schaffen, Vertrauen in kritischen Momenten unterstützen.
Erste Schritt ist, die hörbare Reise sichtbar zu machen.
Wo begegnen Fahrgäste dem Unternehmen akustisch? In der App,
am Automaten, am Bahnsteig? Im Fahrzeug? In der Hotline?
Bei Störungen? Bei Warnungen? Bei Bestätigungen?
Dann sucht man nicht nur nach einzelnen Klängen,
sondern nach Brücken. Wo entsteht Unsicherheit,
Wo ist etwas hörbar und nicht klar wo klingt das System fragmentiert,
wo ist zu viel Klang, wo fehlt ein Signal und wo fehlt Stille?
Und danach braucht es Prinzipien, Zuständigkeiten und
Entscheidungskriterien. Genau das ist der Kern von
dieser Herangehensweise. Also nicht nur gestalten,
sondern steuern prüfen und über Zeit kohärent halten.
Besserer Klang bedeutet nicht mehr Klang.
Es bedeutet Klang mit klarem Zweck, besserer Passung und stärkerer
Steuerung. Und du hast auch angesprochen
die Wiedererkennung. Ich unterteile hier immer in
drei Ebenen. Zuerst muss man auf jeden Fall die
Aktionen mal in den Griff bekommen. Also das, dass diese Reibungen,
diese Unsicherheiten verschwinden und die Klänge funktionieren.
Und diese Ebene geklärt ist, dann überlegt man sich auch, wie
man diese Wiedererkennung schafft. Und das Vertrauen entsteht dann,
wenn man alle diese, diese Wiedererkennungspunkte verbindet.
Okay, wer jetzt denkt boah, das Thema ist super spannend,
ich interessiere mich auch für Barrierefreiheit im ÖPNV.
Da möchte ich noch eine kleine Werbung einschieben,
denn am 8. und 9. September 2026 findet in Nürnberg wieder die Tagung
Barrierefreiheit im ÖPNV statt. Dieses Mal mit dem Fokus:
Haltestellen und Fahrzeuge. Und wir haben ja heute gelernt,
dass die Akustik da auch eine wesentliche Rolle spielt,
wie manches auch gar nicht so wahrnehmen wird auch da sein.
Und man kann sich noch anmelden unter www. vdv-akademie.de/
produkte/barrierefreiheit-im-oepnv
Den Link gibt es aber auch wie immer in den Shownotes.
Und ja, wer jetzt sagt, ich weiß nicht, ob die Veranstaltung
was für mich ist, aber ich interessiere mich dennoch für das
Thema und möchte das gerne vertiefen. Dem kann ich noch den Special Report,
verfasst von Herwig Kusatz, ans Herz legen "Hörbarer öffentlicher Verkehr".
Es gibt die Ausgabe auch auf Englisch unter dem Titel "Audible
Public Transport". Der Report zeigt konkret,
wie Durchsagen, Signale, Stimmen, Interface Sounds und hörbare Umgebung
das Mobilitätserlebnis prägen, vor allem auch in Bezug auf die
angesprochenen Parameter Sicherheit, Orientierung,
Vertrauen und Wiedererkennung. Den Link setze ich auch einmal
in die Shownotes. Und wer dann immer noch nicht
genug hat. Er hat auch ein Buch geschrieben,
das erscheint im Oktober. Der Titel lautet "Trust you can hear".
Darin geht es um die Frage, wie Organisationen ihre hörbare
Ebene strategisch führen können, damit Sound halt nicht zufällig
entsteht, wie es heutzutage meistens noch der Fall ist.
Jede Abteilung macht so ein bisschen ihr Ding, sondern über
eben diese Touchpoints hinweg ja wieder basierend auf den Parametern,
dass es verständlich ist, dass es wiedererkennbar ist und
eben auch sehr, sehr wichtig vertrauenswürdig bleibt.
Das Buch selber ist ein bisschen allgemeiner geschrieben,
jetzt nicht speziell für den öffentlichen Verkehr,
aber so wie ich es verstanden habe, wird man alles darin wiederfinden,
was wir heute besprochen haben und was dann eben auch gut umzusetzen
ist im öffentlichen Verkehr. Wie schon gesagt, das Buch
erscheint im Oktober und man kann sich auf eine Warteliste setzen.
Und den Link zu dieser Warteliste, den finden Sie ebenfalls in den
Shownotes. Ja, ich finde,
das ist ein super spannendes Thema und ich glaube ein wichtiger Schritt.
Gerade weil du auch sagst, dieses Thema Sicherheit und
Vertrauen zu schaffen, gut durch den öffentlichen Verkehr, durch den
wuseligen Alltag geleitet zu werden. Vielen Dank an dieser Stelle,
dass du heute da warst und ich freue mich auf alles,
was da kommt. Ja, vielen Dank. Und öffentlicher Verkehr wird
nicht nur daran gemessen, wie er läuft, sondern auch daran,
wie klar, verlässlich und vertrauenswürdig er klingt.
Bei Fragen und Anmerkungen sind wir unter podcast@vdv-akademie.de
erreichbar.
Wie klingt eigentlich der öffentliche Verkehr? Welche Geräusche beeinflussen die Menschen, wenn sie von A nach B fahren?
In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit Herwig Kusatz, Gründer und Sonic Governance Advisor, von Sound Strategy ))). Er begleitet Verkehrsunternehmen dabei, den optimalen Sound für ihre Anforderungen zu entwickeln, seien es Durchsagen bzgl. Verzögerungen, Türsignale oder die Ansage der nächsten Haltestelle.
Warum eine gute Sound-Strategie wichtig ist und welchen Prozess sie benötigt, besprechen wir in dieser Podcastfolge.
Jetzt reinhören!
Shownotes
Link zur Veranstaltung „Barrierefreiheit im ÖPNV“:
Special Report:
https://sound-strategy.com/special-report-public-transport
Book Waiting List:
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