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„Menschen in unseren Unternehmen im Mittelpunkt“

3. Fachkräftekonferenz: Personalbindung und Arbeitgeberattraktivität bleiben im Fokus

VDV-Fachkräftekonferenz - eine Dozentin spricht vor gemischtem Publikum
Die 3. VDV-Fachkräftekonferenz findet in Berlin statt.
© VDV-Akademie

Mit der 3. VDV-Fachkräftekonferenz am 25. und 26. November 2026 in Berlin setzt die VDV-Akademie einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt: Im Zentrum stehen Gewinnung, Bindung und Entwicklung von Personal. „Fachkräftesicherung entscheidet sich längst nicht mehr allein im Recruiting. Wer die Zukunft des öffentlichen Verkehrs sichern will, muss Personalarbeit umfassender denken – von Qualifizierung und Bindung über Führung und Unternehmenskultur bis hin zu einer glaubwürdigen Arbeitgeberpositionierung“, sagt Harald Kraus, Vorstandsvorsitzender des VDV-Akademie e. V.

Im öffentlichen Personenverkehr arbeiten bundesweit rund 178.000 Beschäftigte. Zugleich bewerten 51 Prozent der Teilnehmenden der Großen Deutschlandumfrage Fahrpersonal Bus & Bahn das äußere Image ihres Berufs als schlecht oder sehr schlecht. Damit wird deutlich: Der Fachkräftebedarf ist nicht nur eine Frage offener Stellen, sondern auch eine Frage von Attraktivität, öffentlicher Wahrnehmung und Sichtbarkeit. Unternehmen müssen deshalb Personalgewinnung, Nachfolgeplanung und Kompetenzaufbau gleichzeitig leisten – unter den Bedingungen von demografischem Wandel, Transformation und wachsendem Wettbewerbsdruck um Fachkräfte. „Die Menschen in unseren Unternehmen stehen im Mittelpunkt. Deshalb brauchen wir nicht nur neue Mitarbeitende, sondern Arbeitsumfelder, in denen Menschen bleiben, sich entwickeln und Verantwortung übernehmen. Genau dort entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen“, so Kraus.

Fahrpersonal: Rekrutierung bleibt ein akutes Thema
Der Fachkräftebedarf in rund 60 Berufen im ÖPNV macht damit deutlich, dass einzelne Rekrutierungsmaßnahmen allein nicht mehr ausreichen. Gefragt sind attraktive Arbeitsbedingungen, klare Entwicklungsperspektiven und eine Personalarbeit, die stärker aus Sicht der Beschäftigten gedacht wird – um die Leistungsfähigkeit der Branche zu erhalten und ihre Wirtschaftlichkeit zu ermöglichen. 

Einen politischen Akzent setzt dabei auf der Konferenz Bundesministerin Bärbel Bas, die bei der Konferenz zur Fachkräfteeinwanderung sprechen wird. „Die Bundesregierung ist auf gutem Weg mit der Idee ihrer Work-and-Stay-Agentur. Sie hat erkannt, dass die Unternehmen in Deutschland hier praxisnahe Unterstützung des Bundes brauchen. Dazu gehört auch in Deutschland in Behörden, bei Wohnungswirtschaft und anderen an einer Willkommenskultur zu arbeiten“, so Alexander Möller, Geschäftsführer der VDV-Akademie. Diese Leistungen der Arbeitgeber und der Gesellschaft müssten genauso für die heimischen Beschäftigten gelten, etwa bei der Unterstützung durch Werkswohnungen.

„Wer Personal sichern will, muss konsequent an den ganz unterschiedlichen Alltagen der Beschäftigten orientiert unterwegs sein. Gute Personalarbeit zeigt sich in Entwicklungsperspektiven, Verlässlichkeit und einer Kultur, die Menschen im Unternehmen hält“, sagt Alexander Möller.

Die Fachkräftekonferenz 2026 richtet daher den Blick auf das gesamte Spektrum zukunftsfähiger Personalarbeit: auf Weiterbildung und Qualifizierung, auf Wissens- und Erfahrungstransfer, auf Bindung durch Fortbildung, auf Diversität, Sprache und Anerkennung sowie auf die aktive Gestaltung von Transformationsprozessen. Mit Praxisbeispielen Workshops und Impulsen aus anderen Branchen verbindet sie Fragen der Auslandsrekrutierung mit Aspekten der Integration, Personalbindung und strategischen Entwicklung. Auch gute Arbeitsbedingungen und tragfähige Strukturen rücken dabei stärker in den Fokus. „Transformation gelingt nur, wenn Unternehmen ihre Mitarbeitenden mitnehmen, Kompetenzen gezielt aufbauen und kulturelle Veränderung aktiv gestalten. Personalarbeit ist deshalb längst eine strategische Zukunftsaufgabe“, betont Kraus.

Branchenpersonal in Zahlen: Befunde aus der Umfrage
Die Branche geht für die nächsten Jahr von einem zusätzlichem Personalbedarf aus – und dass zu einem Zeitpunkt, in dem die geburtenstarken Babyboomer in Rente gehen. Zugleich zeigen zentrale Ergebnisse der Großen Deutschlandumfrage Fahrpersonal Bus & Bahn, wie vielschichtig die Herausforderung ist: Über 54 Prozent des Fahrpersonals sind Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. 51 Prozent bewerten das äußere Image ihres Berufs als schlecht oder sehr schlecht. Die Geschlechterverteilung der Befragten liegt bei 86 Prozent männlich, 13 Prozent weiblich und ein Prozent divers. „Die Ergebnisse machen deutlich: Fachkräftesicherung ist nicht nur eine Frage offener Stellen, sondern auch von Berufsimage, -zugängen in den Beruf und der Breite der Zielgruppenansprache“, so Alexander Möller.

Programm verknüpft Rekrutierung, Integration und Bindung
Die 3. VDV-Fachkräftekonferenz verbindet politische Einordnung, Praxisbeispiele aus Verkehrsunternehmen, Impulse aus anderen Branchen sowie Austauschformate und Workshops zu einem branchenweiten Dialog über zukunftsfähige Personalarbeit. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Fachkräfteeinwanderung, Sprache und Anerkennung, Bindung durch Fortbildung, Transformation von Berufsbildern, KI und Diversität im ÖPNV sowie aktuelle Zahlen, Daten und Arbeitsmarktengpässe. So führt die Konferenz Rekrutierung, Integration, Qualifizierung und Personalbindung in einer strategischen Perspektive zusammen.

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