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Menschen

Über (digitale) Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr und warum sie für alle wichtig ist

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer S-Bahn zum Flughafen. Sie freuen sich auf den lang ersehnten Urlaub. Doch (fast) ohne Vorankündigung endet der Zug zwei Stationen vorher und fährt wieder zurück. Nur der Schriftzug auf der digitalen Anzeige mit der neuen Endhaltestelle lässt erahnen, dass diese Fahrt nicht wie geplant stattfindet.

Im Zweifelsfall merken Sie es zu spät und fahren erstmal ein ganzes Stück in die entgegengesetzte Richtung oder Sie haben Glück und ein anderer Fahrgast macht Sie darauf aufmerksam. Sollten Sie eine Seheinschränkungen haben, erschwert das den Umstand nochmal ungemein, wenn keine Ansage per Lautsprecher gemacht wird.

Situationen, wie diese, sollten nicht vorkommen. Für eine gute Fahrgastkommunikation und um die Aufmerksamkeit der Fahrgäste zu erlangen, ist es immer ratsam, wenn nicht sogar unbedingt erforderlich, Informationen auf mehreren Wegen zu verbreiten, sodass alle sie mitbekommen.

Enthusiastische Frau an einer Bushaltestelle schaut auf ihr Smartphone.

Status quo

Der öffentliche Personennahverkehr zählt zur Daseinsvorsorge. Ein uneingeschränkter Zugang zu Mobilität und zu den dazugehörigen Informationen ist somit entscheidend für eine inklusive Gesellschaft. Gut, dass ab dem 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) offiziell in Kraft tritt, oder? Doch was bedeutet das für uns, für den öffentlichen Verkehr und für die VDV-Akademie?

Im öffentlichen Verkehr wird schon einiges zu dem Thema gemacht. Auch wenn klar ist, dass das noch nicht ausreicht. So werden auf visueller Ebene Fahrpläne, Apps, Internetseiten sowie nach und nach Anzeigen, Fahrkartenautomaten und Einstiegshilfen optimiert und erneuert. Apps und Avatare ermöglichen es, dass taube oder hörbeeinträchtigte Personen die notwendigen Informationen bekommen.

Einige Verkehrsunternehmen haben erste Pilotprojekte durchgeführt, bei denen die Bedürfnisse und der Abbau von Barrieren von autistischen Personen mitgedacht wird. Denn auch kognitive Barrieren dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Beim BFSG steht die digitale Barrierefreiheit im Vordergrund. Von der physischen Barrierefreiheit wissen wir schon, wie nützlich ein Aufzug sein kann. Obwohl keine körperliche Behinderung vorliegt, möchte man dennoch nicht die schweren Koffer, den Kinderwagen oder das Fahrrad die Treppe hochtragen müssen. Für Menschen mit Bewegungseinschränkungen in unterschiedlichen Formen ist der Aufzug aber essenziell.

Ähnlich ist es bei der digitale Barrierefreiheit. Gut strukturierte Websites, mit ausreichenden Farbkontrasten und einer gut lesbaren Schrift sowie Alt-Texten sind für Assistenzsysteme, wie Screenreader unerlässlich. Sie lassen auch Menschen ohne Behinderung die wesentlichen Informationen besser und schneller erfassen.

Digitale Barrierefreiheit bei der VDV-Akademie

Der VDV-Akademie ist es eine Herzensangelegenheit die Verkehrsunternehmen bestmöglichen in den vorhanden Herausforderungen zu unterstützen. So beschäftigen wir uns seit einiger Zeit mit dem Thema digitale Barrierefreiheit und setzen diese nach und nach zielgruppengerecht in unseren Produkten um.

Den Startschuss dafür hat das geförderte INVITE-Projekt NetÖV (Förderzeitraum 01.09.2021 bis 31.08.2024) gegeben. Die neu konzipierte und entwickelte Weiterbildungsplattform „MoNet Bildung“ (Mobilitätsnetzwerk Bildung) ist unter den Gesichtspunkten entstanden. Auch in anderen Bereichen, wie der Erstellung von digitalen Lernprodukten und in der Weiterentwicklung unseres Corporate Design, setzen wir die digitale Barrierefreiheit Stück für Stück um.

Des Weiteren können haben wir bereits einige Angebote zu dem Thema erstellt und laden zu den Veranstaltungen herzlich ein, um sich auszutauschen und durch Good-Practice-Beispiele voneinander zu lernen.

Autor:in

Catharina Goj Portrait Webseite Catharina Goj
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