Zum 1. August 2026 tritt die neue Ausbildungsordnung für den Beruf „Kaufmann/Kauffrau für Mobilität und Verkehrsservice“ in Kraft. Damit wird der bisherige Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice“, dessen Ausbildungsordnung aus dem Jahr 1998 stammt, grundlegend modernisiert. Die Neuordnung reagiert auf veränderte Kompetenzanforderungen in der Mobilitätsbranche. Zunehmender Wettbewerb, Digitalisierung sowie multimodale und intermodale Mobilitätsangebote prägen heute die Arbeit von Verkehrsunternehmen und erfordern ein erweitertes Qualifikationsprofil. „Mit der neuen Ausbildungsordnung wird ein zentrales Berufsbild unserer Branche modernisiert. Nach fast drei Jahrzehnten war es dringend notwendig, die Ausbildung für den Beruf Kaufmann/Kauffrau für Mobilität und Verkehrsservice an die Anforderungen moderner Mobilitätsanbieter anzupassen. Die VDV-Akademie hat diesen Prozess initiiert und intensiv begleitet, um sicherzustellen, dass die Perspektive des öffentlichen Verkehrs angemessen berücksichtigt wird. Das Ergebnis ist eine zeitgemäße Ausbildung mit erweiterten Kompetenzen und guten Entwicklungsperspektiven für junge Menschen in unserer Branche“, sagt Alexander Möller, Geschäftsführer der VDV-Akademie.
Die VDV-Akademie hat das Neuordnungsverfahren fachlich eng begleitet: Sachverständige aus dem Umfeld des Branchenverbands VDV brachten dabei gezielt die Perspektive des öffentlichen Verkehrs in den Prozess ein. Damit wurde sichergestellt, dass die spezifischen Anforderungen von Verkehrsunternehmen und ihre praktischen Erfahrungen in die neue Ausbildungsordnung einfließen. Mit der Neuordnung entfällt die bisherige Struktur mit verschiedenen Schwerpunkten. Künftig handelt es sich um einen Monoberuf mit einem breiteren Kompetenzprofil. Auch die Prüfungsstruktur wird modernisiert: Anstelle einer Zwischen- und Abschlussprüfung wird eine gestreckte Abschlussprüfung eingeführt.
Erweiterte Kompetenzen für moderne Mobilitätsangebote
Neben strukturellen Änderungen erweitert sich das Kompetenzprofil der Ausbildung inhaltlich. Die Ausbildung berücksichtigt stärker die Entwicklung und Umsetzung moderner Mobilitätsdienstleistungen sowie projektorientiertes Arbeiten – etwa wenn Auszubildende neue Serviceangebote für Fahrgäste mitentwickeln. Darüber hinaus gewinnen soziale und kommunikative Kompetenzen, wie Konfliktmanagement und Deeskalation im Kundenkontakt, Fremdsprachen sowie der professionelle Umgang mit mobilitätseingeschränkten Fahrgästen, an Bedeutung. Für Verkehrsunternehmen entsteht somit ein moderner, branchenspezifischer Ausbildungsberuf, der zudem an Attraktivität gewinnt. Denn: diese Ausbildung ermöglicht nun auch den Anschluss an weiterführende Qualifikationen, etwa zum Fachwirt für Personenverkehr und Mobilität oder Wirtschaftsfachwirt.
Start der neuen Ausbildung im August 2026
Die ersten Auszubildenden werden ab 1. August 2026 nach der neuen Ausbildungsordnung starten. Mitgliedsunternehmen sind eingeladen, die modernisierte Ausbildung aktiv anzubieten. Die VDV-Akademie steht bereit, ihre Mitgliedsunternehmen über die Neuerungen zu informieren und unterstützt sie bei der Einordnung für die betriebliche Ausbildung.